Das Beiboot

Hier soll mal für die Nichtsegler die Bedeutung eines der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände erklärt werden. Das Beiboot und sein Motor.  Da auf Langfahrt überwiegend geankert wird, besteht die einzige praktische Möglichkeit in der Nutzung eines Beibootes, zumeist als Schlauchboot konzipiert, um sinnvoll an Land zu kommen. Man kann natürlich auch schwimmen, aber mit dem Wocheneinkauf und der Palette Bier tut man sich dann schon schwer. Die rudernden Puristen sind zur absoluten Ausnahme geworden, deshalb gehört auch ein anständiger Außenbordmotor dazu, denn man ankert weiter außen besser und sauberer und will natürlich nicht im Schneckengang zur Bar und zurück.  Also sollten es schon 10-15 PS sein. Will man den Motor über weitere Seestrecken an Bord und nicht am Beiboot fahren, ist auch das Gewicht zu bedenken und so kommt bei der Motorisierung nur ein 2 Takter (wird nach meinem Kenntnisstand in Deutschland wg. Umwelt nicht mehr angeboten) in Frage, oder man hat einen Kran. 

Der früher schlechte Ruf der Schlauchboote ist in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Bei der Auswahl des geeigneten Modells mit Aluboden, karibiktauglicher Verklebung der Gummibahnen und Nutzung eines Stoffcovers gegen die unbarmherzige Sonneneinstrahlung hat man schon mal die wichtigsten Entscheidungen richtig getroffen. Neu kommt so ein Teil dann aber auch locker auf den Preis eines gebrauchten Kleinwagens. Dies stellt natürlich eine Versuchung dar und man tut gut daran, das wertvolle Stück mit Kette und Schloß ordentlich zu sichern.

Hat man alles dies bedacht, so wird eine Grundberührung mit dem Propeller bei der Anlandung zur größten Gefahrenquelle, da eine Sollbruchstelle dafür sorgt, dass das Getriebe geschont wird, die Schraube aber aus ihrer Verbindung mit der Antriebswelle abreißt. Eine kostspielige und aufwändige Reparatur wird fällig, wenn man die richtigen Werkzeuge (Schraubstock) und Ersatzteile dabei hat. Sonst heißt es paddeln.

Die größte Gefahrenquelle für den Beibootfahrer ist er selbst, wenn er das Sicherungsband der Motorschnellabschaltung nicht um das Handgelenk bindet und dann über Bord geht und von der Schraube erfasst wird. Wer glaubt, so etwas komme doch nicht vor, wurde in der vergangenen Woche hier in Prickley Bay auf Grenada eines Besseren belehrt. Den unvorsichtigen Segler hat es ein Auge und einige Gesichtsverletzungen gekostet. Wir haben ihn nach dem Krankenhausaufenthalt mit Augenklappe in der Bar wieder getroffen. Da bekommt der Fluch der Karibik noch mal eine ganz neue Bedeutung.

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