So kommt Bewegung in die Sache

Zu Jörgs Geburtstag gönnen wir uns nachmittags einen Tauchgang auf den Isles des Saintes. Mit dem Shorty bin ich nach einer Stunde tauchen im 26 Grad warmen Wasser komplett durchgefroren. Wie Labsal kommt mir da der gereichte süße Rum vor. Obwohl ich mich unter Wasser sparsam bewege, damit der Luftverbrauch gering bleibt, fühle ich mich nach dem Tauchgang angestrengt und angenehm zufrieden. In gelöster Stimmung, was wohl weniger am Rum als an der überstandenen Herausforderung liegt, geht es zurück an Land. Neben dem Labsal gibt es bekanntlich die Mühe, was im täglichen Segelbetrieb heißt, dass diverse Zug – und Drehbewegungen die Oberarme ziemlich beansprucht. Das direkte oder unbewusste Ausgleichen der schwankenden Schiffsbewegungen ist vergleichbar mit dem Standup Padling ohne Einsatz der Arme. Eine extreme Koordinationsfähigkeit und Beweglichkeit ist speziell beim Übergang vom schwankenden Beiboot in das sich bewegende Schiff angesagt. In der Summe ist dies alles aber zu wenig Bewegung, weshalb nun Disziplin und Routine gefragt sind. Wir machen daher täglich etwas Yoga und ergänzen die Übungen durch gezielte Kraft- und Beweglichkeitsformen. Auf dem Vorschiff gibt es dafür genügend Raum. Man muss aber die exponierte Lage dafür in Kauf nehmen. Manchmal finden sich Mitstreiter auf den anderen Schiffen. Der eigentliche Spaß beginnt für mich, wenn ich meine Flossen anziehe, um meine Runden zu drehen. In Rückenlage, damit ich mehr sehe und kein Salzwasser schlucken muss, schwimme ich mindestens 10 Mal um den Catamaran herum, die Arme locker an der Seite mitführend. Nun kann ich meditieren und meine Gedanken schweifen lassen (Themen für Artikel suchen, zugstarke Überschriften entwerfen etc).Jörg macht zeitgleich häufig Frühstück, sodass ich so lange verlängern kann, bis angenehmer Cafégeruch mich aus der Bahn wirft. Die abendliche Runde ist spätestens mit dem Sonnenuntergang beendet, weil dann die Zeit der Jäger beginnt.Vielleicht sind aber auch nur die größeren Freunde meines Fisches unterwegs, der mir beim letzten Tauchgang gegen die Brille schwimmen wollte.

 

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