{"id":1716,"date":"2018-01-15T00:30:58","date_gmt":"2018-01-14T23:30:58","guid":{"rendered":"http:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=1716"},"modified":"2018-01-24T17:04:12","modified_gmt":"2018-01-24T16:04:12","slug":"die-sache-in-st-lucia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2018\/01\/15\/die-sache-in-st-lucia\/","title":{"rendered":"Nachtrag \u2014 Die Sache in St. Lucia"},"content":{"rendered":"<p>Das Accessoire f\u00fcr jedes Schiff ist das Beiboot, eine Form der Handtasche, die man braucht, sobald man das Boot verl\u00e4sst. Im Wettbewerb von sehen und gesehen werden spielt die entsprechende Motorst\u00e4rke eine entscheidende Rolle. Auch, aber wichtiger ist die Geschwindigkeit an sich und ob man \u00fcber das Wasser fliegt oder mehr oder weniger d\u00fcmpelt.<\/p>\n<p>Bei der Selbstoptimierung war nun ein schw\u00e4chelnden 4Takter mit 6 PS durch einen 2Takter mit 10 Ps zu ersetzen, was genau den Unterschied zwischen langsam und so schnell darstellt, dass ich alleine nur ungern Vollgas fahre. Die Seglerfreunde Sarah und Christian bringen uns auf die Idee, in St. Lucia den neuen Motor zu kaufen, weil er dort am g\u00fcnstigsten ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Neue eingestellt wird, ist J\u00f6rg irgendwie weg und ich warte im Schatten. Ich bemerke, dass ein Taxifahrer mich merkw\u00fcrdig umschwirrt und so biete ich ihm den alten Motor gleich zum Kauf an. 400US$ ist die Ansage. Nur nach Augenschein, ohne eine Probefahrt zu machen, willigt der Mensch in den Kauf ein. Er \u00f6ffnet noch sein Portemonnaie und zeigt mir Geld. Ich wundere mich und denke, er k\u00f6nne ja zur Bank gehen. Stattdessen will er noch eine Taxifahrt machen, solange wird der Motor beim H\u00e4ndler zwischengelagert.<\/p>\n<p>Soweit so gut. Voller Stolz verk\u00fcndige ich J\u00f6rg, dass ich den alten Motor erfolgreich verkauft habe. Wir freuen uns. Am sp\u00e4ten Nachmittag kommt der ersehnte Anruf, dass die \u00dcbergabe abgewickelt werden k\u00f6nne. Ich rausche in den Hafen und sehe ihn von Weitem winken. Ich \u00fcberreiche ihm eine T\u00fcte mit Handbuch und Ersatzteilen, und er streckt mir freudig eine 100 Dollarnote entgegen. Nach vielem thanks and please sage ich schlicht: &#8220; There are another 300 US missing, Sir.&#8220; Und komme mir stark vor, schlie\u00dflich will man nicht verarscht werden. Der K\u00e4ufer windet sich noch, wir h\u00e4tten \u00fcber East Carribien Dollar gesprochen, da nehme ich mir einfach die T\u00fcte zur\u00fcck, gebe ihm die 100US$ wieder und bin weg.<\/p>\n<p>Der Trick auf ein Missverst\u00e4ndnis zu setzen, ist gel\u00e4ufig. Die W\u00e4hrung East Caribien Dollar ist an den US $ gebunden. Im Wechselkurs zum Euro ergibt sich ungef\u00e4hr ein Verh\u00e4ltnis von 1\u20ac:3,3EC. &nbsp;Es hat sich auch bew\u00e4hrt, bei Ausfl\u00fcgen etc. in der vereinbarten W\u00e4hrung im Vorwege anzuzahlen, um eben diesem merkw\u00fcrdigen Gesch\u00e4ftsverhalten nicht ausgeliefert zu sein.<\/p>\n<p>Tage sp\u00e4ter, als Bj\u00f6rn an Bord ist, betreten wir beide gerade das Werftgel\u00e4nde in Le Marin und sind auf dem Weg zum Secondhandh\u00e4ndler, als er von vier Arbeitern umlagert wird. Schlie\u00dflich verkaufen wir das alte Ding f\u00fcr 450 \u20ac und sind zufrieden. Ich fliege fortan \u00fcber das Wasser, mehr will ich nicht. Die neue Handtasche immer im Blick.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Accessoire f\u00fcr jedes Schiff ist das Beiboot, eine Form der Handtasche, die man braucht, sobald man das Boot verl\u00e4sst. 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