{"id":1816,"date":"2018-03-23T17:11:43","date_gmt":"2018-03-23T16:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=1816"},"modified":"2023-02-19T13:20:29","modified_gmt":"2023-02-19T12:20:29","slug":"living-large","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2018\/03\/23\/living-large\/","title":{"rendered":"Living large"},"content":{"rendered":"<p>ist eine amerikanische Redewendung.<\/p>\n<p>Irgendwo zwischen Petit Martinique und Petit St. Vincent gibt es einen Sandhaufen im Meer mit einem alten, etwas verkommenen Sonnenschutz aus Palmenbl\u00e4ttern . Dieser Ort hat eine magische Anziehungskraft, weshalb viele Segler, kurz nachdem sie gerade erfolgreich geankert haben, sofort wieder aufbrechen, um mit dem Dingi dorthin zu fahren.<!--more--><\/p>\n<p>Wir also auch. Schon von See aus kommend wirken die Besitzverh\u00e4ltnisse klar verteilt. 4 Leute sitzen unter dem kleinen Palmendach. Daneben, deutlich Raum greifend auf Regiest\u00fchlen kunstvoll platziert, befinden sich vier Frauen, die durch ihre gleichen Sonnenbrillen etwas gelangweilt dreinschauen. \u00dcber ihnen weht ein wei\u00dfer Pavillon. Vom Personal f\u00fcrsorglich versorgt d\u00fcmpeln die Getr\u00e4nke im Schatten. Man begr\u00fc\u00dft sich freundlich und beobachtet einander.<\/p>\n<p>Bj\u00f6rn und ich entscheiden schnell, dass die Menschen unter dem Palmendach interessanter sind und setzen uns nach kurzer Vorstellungsrunde dazu. So lernen wir Carol und Gary mit Sohn und Enkelkind kennen. Schnell sind wir im Gespr\u00e4ch und verabreden uns f\u00fcr sp\u00e4ter, der klassischen Blauen Stunde, um 17.00 Uhr am Strand. J\u00f6rg kommt sp\u00e4ter auch dazu und wir diskutieren lange \u00fcber amerikanische und deutsche Politik.<\/p>\n<p>Als wir 4 Wochen sp\u00e4ter in Grenada vor Anker liegen, kommen Carol und Gary mit dem Beiboot vorbei. Wir erinnern uns an die kleine Insel und Gary erz\u00e4hlt, dass jene Ladies im Regiestuhl zumindest gefragt haben, wie weit sie ihren wei\u00dfen Pavillon ausdehnen k\u00f6nnten. Carol und Gary nehmen uns &#8218; an die Hand&#8216; und f\u00fchren uns in die Szene der Prickley Bay ein.<\/p>\n<p>Morgens um 7.30 Uhr gibt es auf Kanal 66\/ UKW die sogenannte Funkrunde, damit wird kommuniziert, was dem Segler wichtig ist. Wetterbericht, medical needs, social events, treasures of the bilge ( das sind Dinge, die man verschenken oder verkaufen will), Bustransfers in die Stadt und kommerzielle Angebote. Es ist ein richtiges Netzwerk. Das Jogaangebot nutzen Gaby und ich sp\u00e4ter, nach Volleyball steht uns bei der Hitze nicht so der Sinn. Jeden Tag gibt es eine unterschiedliche Veranstaltung, an der man teilnehmen kann. Wenn man wirklich mal Hilfe braucht, findet man hier verl\u00e4ssliche Strukturen.<\/p>\n<p>Viele Amerikaner liegen hier l\u00e4nger in der Prickley Bay, leben ganzj\u00e4hrig an Bord und gehen zum Teil ihren Gesch\u00e4ften nach. Was f\u00fcr sie vielleicht Riten geworden sind, ist f\u00fcr uns Neuland. Wir sind viel mit den Amerikanern unterwegs und gerade ihr lockerer Umgang ist erfrischend. Neben den sozialen Aktivit\u00e4ten entdecken wir auch kulinarische Besonderheiten: Sei es den franz\u00f6sischen Schlachter \/ Le boucher mit seinen Pasteten oder den leckeren Lunch im Restaurant der Medizinischen Hochschule Grenadas. \u00dcber einen H\u00fcgel hinweg in der Secret Bay gibt es jeden Montag um 10.00 Uhr den besten Fruchtsaft der Welt.<\/p>\n<p>Aus den Begegnungen werden Freundschaften auf Zeit. Ich genie\u00dfe die Zeit mit Julie, einer ehemaligen Rennreiterin. Leider findet sich auf der Insel keine Gelegenheit auszureiten. Wir schnorcheln und sie zeigt mir, wo sich die Langusten unter den Felsvorspr\u00fcngen verstecken und wie sie zu fangen w\u00e4ren. Von ihr lerne ich auch, wie man am leichtesten vom Wasser aus ins Beiboot kommt. Man sorgt nicht f\u00fcr ein Gegengewicht, sondern begibt sich auf die selbe Seite, damit der Einstieg m\u00f6glichst niedrig wird. Statt richtig auf dem Pferd zu sitzen, galoppieren wir mit den Beibooten \u00fcber das Wasser.<\/p>\n<p>Unser Leben hier bekommt den sogenannten Agua Dulce Effekt. Man m\u00f6chte verweilen, weil man sich wohl f\u00fchlt, dazugeh\u00f6rt und auskennt. Wir entscheiden, dass COURANTE w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Hurrikanzeit hier in der Spice Island Marina verbleibt. Hoffentlich sehen wir uns alle wieder oder &#8220; Hope to see you up island&#8220;.<\/p>\n<p>Als wir zum Abschied abends bei uns an Bord sitzen, meint Julie: &#8222;Sailing is large living&#8220;. Die \u00dcbersetzung von Google bietet &#8218; gro\u00dfz\u00fcgig leben&#8216; an, was es aber nicht so ganz trifft. F\u00fcr mich ist es eher die gro\u00dfz\u00fcgige Auswahl an interessanten Begegnungen und Zuf\u00e4llen, sei es auch auf einem kleinen Sandhaufen mitten im Meer.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ist eine amerikanische Redewendung. Irgendwo zwischen Petit Martinique und Petit St. Vincent gibt es einen Sandhaufen im Meer mit einem alten, etwas verkommenen Sonnenschutz aus Palmenbl\u00e4ttern . 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