{"id":2663,"date":"2019-02-28T19:33:54","date_gmt":"2019-02-28T18:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=2663"},"modified":"2023-02-19T13:05:07","modified_gmt":"2023-02-19T12:05:07","slug":"blue-spanish-eyes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2019\/02\/28\/blue-spanish-eyes\/","title":{"rendered":"Blue Spanish Eyes"},"content":{"rendered":"<p>Der 10. Februar sollte eine l\u00e4nger anhaltende Bedeutung haben. In St. Thomas, im Hafen von Charlotte Amalie, dem Hauptort, wollen wir ankern. Das Man\u00f6ver l\u00e4uft auch zun\u00e4chst glatt. Ich \u00f6ffne den Kettenkasten, um zu schauen, wieviel Restkette noch verblieben ist. Den lasse ich dann gleich mal offen, denke ich mir, als ein Windsto\u00df kommt und das Schiff so m\u00e4chtig an der Kette zerrt, dass ich durch den pl\u00f6tzlichen Ruck mit dem R\u00fccken gegen den Deckelrand des Kastens und die Druckfeder, die den Deckel offen h\u00e4lt, geschleudert werde.<!--more--><\/p>\n<p>So schnell ich kann, winde ich mich aus dem Kasten wieder heraus und kann kaum atmen. Vor Schreck ist mir ganz schlecht, und ich brauche eine Weile, um den Kreislauf zu beruhigen. W\u00e4hrend J\u00f6rg den Hanepot einsetzt, kann ich die Fernbedienung der Ankerwinsch nur im Liegen bedienen.<\/p>\n<p>Nach dem old school Prinzip mache ich einen Funktionstest, der mich beruhigt und so kann ich auch J\u00f6rg \u00fcberzeugen, dass nichts Ernstes passiert ist. Mit Schmerztabletten, W\u00e4rmeplaster und Unmengen an Pferdesalbe geht es besser. Yoga und Dehnungs\u00fcbungen helfen in den ersten Tagen erheblich. Ich freue mich \u00fcber jeden kleinen Fortschritt. J\u00f6rg sorgt f\u00fcr Ablenkung und baut mich wieder auf. Richtig blue ist die Stelle am R\u00fccken nicht, aber sehr nachhaltig sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Am Valentinstag gehen wir mit Carol und Gary, die wir hier wieder treffen, in St. Thomas\/ Frenchtown essen und sind richtig ausgelassen. Ich freue mich, dass die \u00dcberg\u00e4nge ins Beiboot klappen und wir in den Altstadtgassen von Charlotte Amelie Jazzmusik h\u00f6ren. Dort f\u00e4llt mir an einer Toilettent\u00fcr der kulturelle Wandel zum ersten Mal auf. Spanisch wird die zweite Sprache.<\/p>\n<p>Nach einer Woche Erholung von dem Sturz brechen wir zu den Spanisch Virgin Islands auf. Zun\u00e4chst gehen wir nach Culebra, einer kleinen, abseits liegenden Insel, die zu Puerto Rico geh\u00f6rt. Hier lernen wir Gerald mit seiner TANOA kennen. Wir erkunden gemeinsam mit einem Golfcar die Insel. In der Flamingo Bay, die mal zu den 10 sch\u00f6nsten Str\u00e4nden der Welt geh\u00f6rte, gehe ich zum ersten Mal wieder richtig schwimmen. Welch ein Genuss! Das Wasser ist klar und spielt mit seinen Farbvarianten in Blau. Buntbemalte Panzer am Strand sind die \u00dcberbleibsel einer amerikanischen Wehr\u00fcbung, st\u00f6ren aber nicht wirklich.<\/p>\n<p>Am Steg begegnen wir Silvia und J\u00fcrgen von der SINA. Als Gerald nach Puerto Rico segelt, um seine Frau abzuholen, brechen wir vier auf zu einer einsamen Bucht an der vorgelagerten Insel Culebrita.<\/p>\n<p>Beim Ankern verlieren die beiden ihren Anker, weil der Bolzen sich gel\u00f6st hat. Die Aufregung ist nat\u00fcrlich gro\u00df. Zun\u00e4chst k\u00f6nnen die beiden aber an einer Boje festmachen. Der Ehrgeiz ist schnell entfacht: Wiederfinden ist angesagt. Zum Gl\u00fcck hat Silvia die Koordinaten, wo der Anker wohl liegen k\u00f6nnte. Das Suchgebiet ist damit begrenzter. J\u00fcrgen findet ihn schlie\u00dflich, weil er am Boden im Sand die Spur der Kette entdeckt. Die M\u00e4nner montieren an ihm ein Seil mit Fender und k\u00f6nnen ihn bergen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag l\u00e4sst sich sogar der passende Bolzen wiederfinden, was keiner von uns f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hat. Schlie\u00dflich handelt es sich um ein nur 5 bis 6 cm langes Metallst\u00fcck. Gl\u00fcck gehabt. Das Schnorcheln im klaren Wasser macht Spa\u00df. Ich kann mich wieder locker bewegen, nur das Abtauchen will nicht gelingen. Die F\u00e4cherkorallen sind auch von oben sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Wir laden uns gegenseitig zum Essen ein und haben uns viel zu erz\u00e4hlen. Als wir eine Inselerkundung machen, wei\u00df auch J\u00fcrgen nicht, ob der Song &#8220; Blue Spanish Eyes&#8220; hei\u00dft oder nicht. Ich w\u00e4hle ihn aus, weil die letzte Zeit auch so gegens\u00e4tzlich gewesen ist.<\/p>\n<p>Die beiden brechen auf Richtung Puerto Rico, und wir wollen uns noch die andere spanische Insel, Vierques, anschauen. &#8222;&#8230; This is just adios and not good- bye.&#8220;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 10. Februar sollte eine l\u00e4nger anhaltende Bedeutung haben. In St. Thomas, im Hafen von Charlotte Amalie, dem Hauptort, wollen wir ankern. Das Man\u00f6ver l\u00e4uft auch zun\u00e4chst glatt. Ich \u00f6ffne den Kettenkasten, um zu schauen, wieviel Restkette noch verblieben ist. 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