{"id":303,"date":"2016-12-09T17:05:35","date_gmt":"2016-12-09T16:05:35","guid":{"rendered":"http:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=303"},"modified":"2016-12-09T17:07:51","modified_gmt":"2016-12-09T16:07:51","slug":"ohne-schweiss-kein-boot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2016\/12\/09\/ohne-schweiss-kein-boot\/","title":{"rendered":"Ohne Schwei\u00df kein Boot"},"content":{"rendered":"<p>Die neue Woche wechselt das Verh\u00e4ltnis schei\u00dfe zu gut sehr radikal. Wir begeben uns fr\u00fchmorgens, was die sch\u00f6nste Zeit des Tages f\u00fcr mich ist, auf Schicht und fahren im Tross der \u00fcbrigen Werkt\u00e4tigen zur Arbeit. Thema: Unterwasserschiff von Hand anschleifen!<\/p>\n<p>Bj\u00f6rn meinte in einem sp\u00e4teren Telefonat:&#8220; Leute, das muss man auch mal machen&#8220;.<\/p>\n<p>Wie haben wir eigentlich geschwitzt? Es erinnert mich stark an Ferienjobs bei Schneewei\u00df im Mangelsaal zur Hochsommerzeit. Man erkennt pl\u00f6tzlich, wo der K\u00f6rper Berieselungsanlagen eingebaut hat, trinkt literweise ohne zu verdauen, eigentlich schwimmt man in sich selbst. Madame Dupland kommt lachend um die Ecke und besteht darauf, ein Foto von uns zu machen. Sie hat uns das nicht zugetraut.<\/p>\n<p>Auf der Werft kommen wir ins Gespr\u00e4ch mit einem deutschen P\u00e4rchen, dass in den USA lebt. Putzig hier pl\u00f6tzlich hessischen Akzenz zu h\u00f6ren. Sie gehen am gleichen Tag ins Wasser und wollen J\u00f6rgs WLAN -Erweiterung kaufen. Andere Segler, die auf der Werft arbeiten, sind deutlich agiler, wohnen schon auf ihren Schiffen, ohne&#8230;&#8230;., will man gar nicht alles genau wissen, und schleifen noch, wenn wir zur Siesta in die Wohnung schleichen.<\/p>\n<p>Schon auf dem Weg wissen wir, dass wir uns diese Arbeiten nicht mehr antun werden.&nbsp;Nach der besten Pasta der Welt , bekomme ich gerade noch &#8222;Hart, aber fair&#8220; mit, bevor ich in den Tiefschlaf falle.&nbsp;<\/p>\n<p>Bj\u00f6rn ruft freundlicherweise viel zu fr\u00fch an. &#8222;Uups, die Zeitumstellung hatte ich vergessen.&#8220;&nbsp;Ansonsten siehe oben und in Hamburg hat es geschneit! Sch\u00f6n, lecker kalt.<\/p>\n<p>Heute Abend treffen wir auf den Verk\u00e4ufer und hoffen, dass alles gut \u00fcber die B\u00fchne geht.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kommt er aus Deutschland angereist, bleibt 2 Tage und will uns in die Ger\u00e4te einweisen. Der Stapel der Manuels ist ungef\u00e4hr 60 cm hoch, den will ich irgendwie nicht lesen. Im Zuge der Suche nach, &#8222;kannst du mal schauen, ob wir was zum Thema Propeller haben?&#8220;, sehe ich, dass wir einen 1a Herd und eine Waschmaschine mit Trocknerfunktion! haben. Was wird das f\u00fcr ein Fest, wenn wir das erste Brot an Bord backen und die Waschmaschine im Hintergrund ihre Runden dreht!<\/p>\n<p>Wenn ich die eigene Zielsetzung selbstkritisch reflektiere, komme ich irgendwie zu dem komischen Ergebnis, dass dieser Unabh\u00e4ngigheit ein Maximum an Arbeit und Verausgabung zugrunde liegt, das sich nur mit dem abgedroschenen Begriff der Leidenschaft erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Leiden f\u00fcr etwas fand ich noch nie gut. Wir suchen daher auch immer wieder nach Formen, uns zu schonen, schlie\u00dflich haben wir diese Verr\u00fcckheit ja freiwillig gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Vielleicht sind wir bei meinem n\u00e4chsten Eintrag schon Schiffsbesitzer. Wenn die alten Buchstaben gut abgehen, soll el barco auf jeden Fall &#8220; COURANTE&#8220; hei\u00dfen. So w\u00e4ren wir in der Reihe der Barokkt\u00e4nze mit den Schiffen GIGUE und SARABANDE, die unser Leben bislang begleitet haben.&nbsp;<\/p>\n<p>Das ganze franz\u00f6sische Umfeld tut sein \u00dcbriges. Der freundliche Umgang, die lockere Lebensart und die deutliche Vermischung von Essen und normaler Sprache. Souffler\/ das Souffl\u00e9. C&#8217;est parfait\/ das Parfait. Musste leider aber bei &#8218;Leaderprice&#8216; heute mit Erschrecken feststellen, dass wie bei uns Mottenpulver hier Gifte gegen Ratten verkauft&nbsp;werden. Schien niemanden zu k\u00fcmmern. M\u00f6chte mir jetzt nicht vorstellen, was nachts im&nbsp;Supermarkt unter den Regalen so abgeht. Preislich ist man hier wieder bei normal Null und J\u00f6rg hat auch gleich an leckere Pastete gedacht.<\/p>\n<p>Wir lesen uns gegenseitig unsere Texte vor. Hemingway h\u00e4tte seinen Spa\u00df gehabt.&nbsp;<\/p>\n<p>Eben summt das Handy. Stephanie Dupland schreibt: &#8222;Hello, 8 at the mango bay bar is confirmed.&#8220; Nun wird es spannend.<\/p>\n<p>Wir erleben einen lustigen und entspannten Dienstagabend mit Wojtek, dem Vorbesitzer und unserer Stephanie. Vor allem wichtig, die letzten strittigen Punkte werden einvernehmlich gel\u00f6st, so dass wir sehr zufrieden nach Hause fahren. Nachts f\u00e4hrt man hier wie durch einen gr\u00fcnen Tunnel, Autolicht und Dunkelheit verschmelzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die neue Woche wechselt das Verh\u00e4ltnis schei\u00dfe zu gut sehr radikal. Wir begeben uns fr\u00fchmorgens, was die sch\u00f6nste Zeit des Tages f\u00fcr mich ist, auf Schicht und fahren im Tross der \u00fcbrigen Werkt\u00e4tigen zur Arbeit. Thema: Unterwasserschiff von Hand anschleifen! Bj\u00f6rn meinte in einem sp\u00e4teren Telefonat:&#8220; Leute, das muss man auch mal machen&#8220;. 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