{"id":3273,"date":"2020-02-15T22:02:17","date_gmt":"2020-02-15T21:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=3273"},"modified":"2023-02-19T12:50:55","modified_gmt":"2023-02-19T11:50:55","slug":"wasserfaelle-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2020\/02\/15\/wasserfaelle-und-mehr\/","title":{"rendered":"Wasserf\u00e4lle und mehr"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Weg nach Norden schw\u00e4rmen Silvie und Uelli immer wieder von den Wasserf\u00e4llen im S\u00fcden der Insel Dominica.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen in Roseau, der Hauptstadt, an einer Boje festmachen und finden \u00fcber Marcus, den Bootboy, auch einen geeigneten Fahrer f\u00fcr unser Vorhaben am kommenden Tag. Nach kurzer Zeit erreichen wir den bescheiden ausgeschilderten Zugang zu den &#8218;Middleham Falls&#8216;. Unser Fahrer kommt mit.<\/p>\n<p>Was dann beginnt, ist ein Anstieg der &#8218;grenzw\u00e4rtig&#8216; ist, wie J\u00f6rg meint oder &#8218; doch sehr sportlich&#8216; wie Uelli ihn einsch\u00e4tzt. 45 Minuten steigen wir, zum Gl\u00fcck im Schatten, durchgehend eine mit Holzbohlen gebaute Treppen hinauf und in Teilen auch wieder hinunter! Hinter mir kommt ein junger Mann auf, der, wie sich herausstellt aus dem Sudan kommt, und hier eben mal baden m\u00f6chte. Durch das Gespr\u00e4ch mit ihm bin ich angenehm abgelenkt, fange aber trotzdem an, den Aufstieg zu hassen.<\/p>\n<p>Oben angekommen stellen wir fest, dass wir die notwendigen Badeschuhe(!) vergessen haben. So ist nun Vorsicht angesagt, wenn man \u00fcber feuchte, glitschige Steine klettern muss. Entsch\u00e4digt werden wir durch ein super kaltes Bad und der Begegnung mit der wahren Gr\u00f6\u00dfe eines Wasserfalls. Wir k\u00f6nnen darunter her schwimmen und merken, wie er uns den Atem nimmt. Im Blick vom Wasser aus nach oben ist er riesig wie ein Hochhaus, das zusammenf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Nach uns kommen noch vereinzelt Leute, die auch die Strapaze auf sich genommen haben, oben an. Der 45 -min\u00fctige R\u00fcckweg ist nicht minder anstrengend. Etwas erstaunt bin ich allerdings, als mein Blick von den leidigen Holzbohlen auf einen entgegenkommenden Jungen f\u00e4llt, der mit einem Laptop?! unter dem Arm bergauf kommt.<\/p>\n<p>Die Situation bei dem &#8218;Ti Tou Gorge Falls&#8216; ist ganz anders: Dieser Wasserfall w\u00e4r bestimmt auch beeindruckend, wenn man alleine w\u00e4re. Man schwimmt durch einen Canyon, kann auch wie Uelli von einem 5m hohen Felsen direkt hineinspringen und kommt nach 150m in einer H\u00f6hle an, von der aus man den Wasserfall herunterdonnern sieht.<\/p>\n<p>Leider ist es aber so, dass scharenweise Leute mit Bussen kommen, die in Schwimmwesten gezw\u00e4ngt oder mit unansehnlichen gelben Schwimmhilfen versehen zum Stau f\u00fchren. K\u00f6rperlich muss man diese N\u00e4he schon wollen.<\/p>\n<p>Beim &#8218;Trafalgar Fall &#8218; hei\u00dft der gro\u00dfe intern &#8218;Papa Fall&#8216; und der kleinere &#8218;Mama Fall&#8216;. Hier lohnt es sich bestimmt auch, die M\u00fche auf sich zu nehmen und einen Pfad durch die Steine zu finden, um direkt hinauf zu kommen. Wir verzichten, weil wir genug Verausgabung gehabt haben und die richtigen Schuhe fehlen.<\/p>\n<p>Eigentlich haben wir f\u00fcr den Tag genug erlebt, als uns am Anleger gro\u00dfes Geschrei erwartet. Zwischen den Fischern, die sich in dem schmalen Durchgang aufhalten, ist ein Streit entbrannt. Marcus, der Bootboy, geleitet uns schnell durch die Menge auf den Steg, wo wir die Situation verfolgen. Weil ich kein Wort verstehe, -sie schreien sich auf Patois an- , konzentriere ich mich auf das, was ich sehe: Zwei Fischer streiten offensichtlich darum, ob das Boot des einen am Steg liegen darf. Sie schreien, laufen vor und zur\u00fcck, die anderen schauen bewu\u00dft nicht hin und tun so, als w\u00fcrden sie kiffen oder Domino spielen. Als der eine ein Messer zieht, hat der andere eine Machete in der Hand. Ich schaue in die Augen eines 13j\u00e4hrigen, der sich aus der Szene verdr\u00fcckt und mir per Handzeichen zu verstehen gibt, wo der beste Fluchtweg ist. Er wirkt eigentlich ganz ruhig. Der mit der Machete geht zum Gl\u00fcck nicht auf den anderen zu, sondern donnert mehrmals mit dem Ding gegen eine Wand, bis wohl seine Wut verraucht und der andere abgezogen ist.<\/p>\n<p>Wir sprechen noch lange \u00fcber den Vorfall. Richtig gef\u00e4hrdet haben wir uns nicht gef\u00fchlt, aber man steht vielleicht auch mal einfach bl\u00f6d im Wege. Am n\u00e4chsten Tag hat der Streithahn sein Boot umgeparkt.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem Weg nach Norden schw\u00e4rmen Silvie und Uelli immer wieder von den Wasserf\u00e4llen im S\u00fcden der Insel Dominica. Wir k\u00f6nnen in Roseau, der Hauptstadt, an einer Boje festmachen und finden \u00fcber Marcus, den Bootboy, auch einen geeigneten Fahrer f\u00fcr unser Vorhaben am kommenden Tag. 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