{"id":438,"date":"2017-01-30T16:49:41","date_gmt":"2017-01-30T15:49:41","guid":{"rendered":"http:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/?p=438"},"modified":"2017-01-30T17:22:19","modified_gmt":"2017-01-30T16:22:19","slug":"catch-me-if-you-can","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/isenbiel.info\/wordpress\/2017\/01\/30\/catch-me-if-you-can\/","title":{"rendered":"Catch me, if you can"},"content":{"rendered":"<p>An einem Freitag machten wir einen Tag Segelpause auf der wundersch\u00f6nen Insel Canouan. Die vorherigen Tage hangelten wir uns jeden Tag von der einen zur n\u00e4chsten karibischen Insel. Dieser Tag Pause war etwas Besonderes und wir beschlossen diesen gut zu nutzen.<\/p>\n<p>Wir wollten einen Landgang machen und m\u00f6glichst viel sehen. Schon vom Boot aus sahen wir den ehemaligen Vulkan der Insel, dessen Spitze den h\u00f6chsten Punkt der Insel darstellt. Schnell war klar, dass wir unbedingt auf diese Spitze, \u201eThe Peak\u201c genannt, hinauf m\u00fcssen. \u201eKein Problem f\u00fcr uns\u201c, dachten wir.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir spazierten am Morgen los, es war etwa 27 Grad warm und die Sonne schien herrlich! Wir fragten im Ort nach, wie man am besten \u201eThe Peak\u201c besteigen k\u00f6nne. Man sagte uns, dass der komplette Norden der Insel Privatgrund sei und durch ein Luxusresort genutzt w\u00fcrde. Leider befand sich \u201eThe Peak\u201c auf eben diesem Teil. Wir dachten, dass wir da schon irgendwie reinkommen und stiefelten los. Auf dem Weg dorthin fragte uns ein Einheimischer, wo wir denn hin wollten. Wir berichteten von unserem Plan und er lachte. Wir h\u00e4tten keine Chance auf den Nordteil zu kommen. Man k\u00f6nne keinen Fu\u00df auf diesen Teil setzen, wenn man nicht eine Villa dort besitzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht trotten wir weiter die Stra\u00dfe entlang. So recht hatten wir die Hoffnung nicht aufgegeben, aber dran glauben konnten wir auch nicht mehr.&nbsp;<\/p>\n<p>Sehr verdutzt schauten wir, als pl\u00f6tzlich ein Gel\u00e4ndewagen neben uns hielt und eine h\u00fcbsche, etwa 35 Jahre alte Frau namens Julia uns fragte, \u201eDo you need a ride?\u201c. Wir berichteten kurz von unserem Plan der Wanderung und sie sagte \u201eget in, I will bring you there\u201c. Schon sa\u00dfen wir bei ihr im Auto und d\u00fcsten am Security Checkpoint vorbei. Wir konnten unser Gl\u00fcck nicht fassen. Sie arbeitet f\u00fcr einen Milliard\u00e4r, der sein Schiff, seinen Privatjet und seinem Haus den gleichen Namen gibt. &#8211; Seltsam eigentlich. Julia erz\u00e4hlte viel und gab uns gute Tipps. Falls uns irgendjemand kontrolliert, sollten wir einfach die Villennummer sagen und dass wir G\u00e4ste Ihres Chefs seien. \u201eWitzig\u201c, haben wir uns gedacht, &#8211; jetzt geh\u00f6ren wir zur Familie. Julia fuhr uns direkt zum Wanderweg und w\u00fcnschte uns viel Durchhalteverm\u00f6gen. Immerhin waren es mittlerweile \u00fcber 30 Grad und die Sonne quetschte jeden Tropfen Fl\u00fcssigkeit aus uns heraus. Schlangen, Schildkr\u00f6ten und recht eigenartige Krebse begleiteten uns auf dem Weg zur Spitze. Oben angekommen konnten wir es kaum fassen &#8211; ein gigantischer Ausblick auf Conouan, der alle Anstrengungen das Aufstiegs komplett belohnte. Im Abstieg wurde es dann fast noch anstrengender. Das Wasser wurde knapp und die Verpflegung war mittlerweile auch vollst\u00e4ndig aufgezehrt. Wie geschlagene Hunde schlichen wir die Stra\u00dfe hinunter. Irgendwie surreal, \u00fcberall standen prachtvolle Villen auf riesigen Grundst\u00fccken, die Stra\u00dfen waren mit englischen, schmuckvollen Stra\u00dfenlaternen versehen, aber keine Mensch war weit und breit zu sehen. Die Landschaft wirkte unglaublich gepflegt und aufger\u00e4umt, was in der Karibik alles andere als \u00fcblich war. Als wir weiterliefen, kam uns ab und an ein Golfcaddy entgegen, man gr\u00fc\u00dfte uns im Vorbeifahren.<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter standen wir vor einem Golfplatz. Der Anblick war gigantisch! Ganz feiner, sehr gr\u00fcner Rasen, Wege aus Naturstein, die sich durch den Golfplatz schl\u00e4ngelten und alles aufger\u00e4umt und sauber wie der Garten des Buckingham Palace.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchlten uns wie in einer Reportage \u00fcber Milliad\u00e4re. Julia sagte uns, dass noch an diesem Tag Michael Douglas und Kathrin Ceta Jones hier gespielt h\u00e4tten bzw. spielen w\u00fcrden. Wir kamen uns vor wie Falschgeld in unseren dreckigen und verschwitzten Klamotten nach der Wanderung, dennoch genossen wir die Situation. Auf dem gesamten Platz begegneten wir keinem einzigen Bewohner oder Gast, es kamen uns aber unz\u00e4hlige Bedienstete entgegen, die uns alle sehr freundlich gr\u00fc\u00dften. Da es aus unserer Sicht offensichtlich war, dass wir hier nicht hergeh\u00f6rten, sprachen wir uns kurz ab, falls uns jemand fragen w\u00fcrde. Wir beschlossen das zu tun, was uns Julia sagte. Wir w\u00fcrden einfach die Villennummer sowie deren Namen sagen und dass wir G\u00e4ste seien. Wir wurden selbstbewusster und entwickelten eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr die Situation. Nat\u00fcrlich waren wir G\u00e4ste und wir durften hier sein.<\/p>\n<p>V\u00f6llig ersch\u00f6pft kamen wir an einem wundersch\u00f6nen Privatstrand an. Der Strand sehr aufger\u00e4umt, sch\u00f6ne Pavillons aus Palmend\u00e4chern und viel Spielzeug, wie Motorbote, Wasserski, etc. waren zu sehen, aber wieder kein einziger Mensch. Bj\u00f6rn ging kurz ins Wasser, um sich zu erfrischen, Nils setzte sich in den Schatten und machte sofort die Augen zu. Wir waren wirklich komplett ersch\u00f6pft und hatten keinen Tropfen Wasser mehr.<\/p>\n<p>Nach einer etwas l\u00e4ngeren Pause gingen wir weiter. Von der Spitze aus hatten wir an der K\u00fcste ein gr\u00f6\u00dferes Geb\u00e4ude gesehen, das wie ein Strandhotel samt Bar aussah. Wir erhofften uns hier einen Drink zu bekommen.<\/p>\n<p>Ein wenig Orientierungslos schlurften wir weiter. Recht verdutzt hielt ein Angestellter des Hotels neben uns, er wunderte sich aus welchem Grund wir zu Fu\u00df gingen &#8211; Kein Mensch ist dort nur einen Meter zu Fu\u00df gegangen. Wir quatschten kurz miteinander und er bat an, uns mitzunehmen. Im Gespr\u00e4ch allerdings fiel ihm auf, dass wir nicht wie die typischen G\u00e4ste aussahen. Er wurde misstrauischer und wir hatten Angst, dass er den Braten riecht. Ganz h\u00f6flich bat er uns in den Golden K\u00e4fig mitzukommen.&nbsp;<\/p>\n<p>Wir kamen in ein unglaubliches Hotel, konnten es nicht glauben &#8211; jedoch kamen wir mit der Aussage unserer Villennummer nicht mehr weiter. Er erbat einen Security Check. Er konnte jedoch Julia nicht erreichen. Nun musterte er uns und war hin und her gerissen. Vielleicht geh\u00f6ren sie dazu, viellicht haben sie sich nur eingeschlichen. Wir haben uns deutsch beraten und dachten \u201eAlles oder nichts\u201c. Wir \u00fcberlegten so entspannt wie m\u00f6glich zu wirken und lachten viel, weil uns nichts Besseres einfieel. &#8211; Wir wirkten so entspannt auf ihn, dass er sich entschloss uns als G\u00e4ste des Hauses zu akzeptieren und f\u00fchrte uns durch eine T\u00fcr.<\/p>\n<p>Wir bekamen die komplette F\u00fchrung durch das gesamte Ensemble. Wie Staatsg\u00e4ste wurden uns die T\u00fcren aufgehalten, das gesamte Personal gr\u00fc\u00dfte uns.<\/p>\n<p>Der freundliche Mann f\u00fchrte uns zur Beach Bar, in der wir die einzigen G\u00e4ste waren. Alleine waren wir jedoch nicht, da unz\u00e4hlige Bedienstete um uns herumschlichen.<\/p>\n<p>Er erkl\u00e4rte dem Personal, wer wir sind. Wir bestellten uns zwei frische Drinks und genossen diesen unglaublichen Augenblick. Wir waren so gl\u00fccklich, einfach im Schatten zu sitzen und einen k\u00fchlen Drink zu genie\u00dfen, sodass wir kurzzeitig v\u00f6llig verdr\u00e4ngte, welches abgekaterte Spiel wir mit unseren verschwitzten Klamotten spielten. Der Drink brachte uns wieder einigerma\u00dfen auf Touren. Wir bestellten noch zwei Cappuccini und genossen den Blick aufs Meer.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit der Entspannung realisierten wir unseren k\u00f6rperlichen Zustand. Langsam wurde uns unser Aussehen und der Geruch unangenehm also gingen wir die wenigen Stufen runter zum Strand, um zu baden. Sofort wurden f\u00fcr uns zwei Liegen bezogen, frische Handt\u00fccher bereitgelegt und f\u00fcr jeden ein k\u00fchles Wasser auf den Beistelltisch gestellt. Wir f\u00fchlten uns wie K\u00f6nige.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An einem Freitag machten wir einen Tag Segelpause auf der wundersch\u00f6nen Insel Canouan. 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