Amerikanische Jungfern Inseln

Kaum haben wir auf St. John in den Amerikanischen Virgin Islands im Hafen von Cruz Bay geankert, machen wir uns auf den Weg zur Coast Guard. Jörg ist extra mit, weil sich alle Bordmitglieder persönlich vorstellen müssen. Wir sind etwas kleinlaut, da im Handbuch steht, man dürfe keine Lebensmittel in die USA einführen. Dieser Umstand interessiert unsere freundlichen Beamten aber überhaupt nicht. Wir werden mit Fingerabdruck und Foto eingecheckt.

Vor zwei Jahren ist Tortula in den British Virgin Islands unsere Begrenzung gewesen, denn eine Einreise in die USA mit eigenem Schiff ist nur mit dem B1/B2 Visum erlaubt. Das bedeutet, wir mussten in Berlin bei der amerikanischen Botschaft persönlich antanzen. Das Visum ist 10 Jahre gültig. Sollte der Reisepass vollgestempelt sein, behält man ihn einfach.Wir sind jedenfalls drin.

Glücklich stolpern wir aus dem Büro und werden beinahe überfahren, weil es auch hier Linksverkehr gibt. Unerklärlich. Überhaupt gehen kaum Leute zu Fuß. Im Supermarkt bezahlen wir 12 Dollar für 3 l H- Milch, das Fleisch ist von guter Qualität und kostet ungefähr so viel wie in good old Germany. Das Bio/ Angebot ist auffällig gut sortiert, aber entsprechend teuer. In der Summe bezahlen wir für alles ungefähr das Doppelte der Hamburger Preise.

Mit unserer Beute gehen wir frühstücken. Keine Tassen, keine Gläser, stattdessen Plastikgefäße, zum Rührei werden frittierte Kroketten gereicht. Willkommen in Amerika! ‘ Tastes like real milk, because it is real milk’, ist auch ein guter Slogan.

Wir machen uns daran, St. John zu erkunden. Schließlich besteht mehr als die Hälfte der Insel aus Nationalpark. Erst haben die Dänen die Inseln an die Amerikaner verkauft. Rockefeller kaufte dann große Teile der Insel auf und verschenkte sie später an den Staat mit der Auflage, man möge daraus einen Naturpark machen.

Von den Fähren drängen Menschen auf die bereit gestellten offenen Busse. Zum Glück sind die meisten ziemlich faul und bleiben schön im Bus sitzen, so dass die Segler die Strände für sich haben. In dem großzügigen Gelände bemerkt man nicht mal die Busse mehr.

Wir werden von Charlet und Peter zur Blauen Stunde auf die ELISABETH eingeladen. Beide sind auf dem Weg zur Heinikenregatta auf St. Martin. Sie erzählen viel von Curaçao, wo sie während der Hurrikanzeit bleiben. In der Waterlemonbay sind wir bei einem spontanen Meeting auf einer Plattform dabei. Jeder bringt etwas mit, und sofort fängt das Geschnatter an.

Herrlich! Wir lernen Melinda und Kurt von der ROCKHOPPER kennen,- ein amerikanisch – österreichisches Paar, das nach Europa segeln will. Hauptgesprächsthema ist das Skifahren. Schließlich waren sie gerade 6 Wochen im Vorarlberg gewesen.

Wir genießen eine Woche Natur pur, was aber auch bedeutet, dass es keine Gastronomie und damit Internetzugang für uns gibt. In den meisten Buchten des Naturreservates ist das Ankern verboten. Dafür liegen Bojen aus, die sich in sehr gutem Zustand befinden. Für 26,-US$ die Nacht kann man Festmachen. Hat man sich eine entsprechende Karte besorgt, zahlt man als Rentner nur die Hälfte. Entsprechende Broschüren erklären das ganze Prozedere und dass Public Nudity verboten ist. Es ist aber eher so einsam, dass wir nicht so leicht in den Schlaf finden.

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